Handsigniert und mit persönlicher Widmung: Raus ins Blaue!

Aus aktuellem Anlass (Interview auf n-tv) und aufgrund der vielen Nachfragen: Natürlich könnt Ihr „Raus ins Blaue!“ und „Post aus Haparanda“ auch weiterhin direkt über mich beziehen – handsigniert, mit original Tadorna-Stempel und auf Wunsch gerne auch mit persönlicher Widmung!

Schreibt mir einfach eine Email mit ein paar Stichworten: Soll es ein Geschenk sein? Ein besonderer Motivations-Spruch für einen guten Freund? Oder einfach zum Selber-Lesen, Lachen und Mitsegeln?

Das Buch kostet 19,90 EUR, die DVD „Post aus Haparanda“ mit einem Mitschnitt meines Vortrags auf dem Welt-Diabetes-Tag 24,90 EUR. Adresse nicht vergessen!

Ich schicke Euch Buch und Film, sobald ich aus Dänemark zurück bin. Wer so lange nicht warten möchte: Den Film gibt es zum sofortigen Download auf segel-filme.de, dann sogar in Full-HD und für nur 12,00 EUR:

http://shop.segel-filme.de/film-downloads/toernfilme/raus-ins-blaue-teil-2-post-aus-haparanda-hd-download.html

Liebe Grüße von Bord aus der dänischen Südsee,

Bastian

Seit HEUTE online: Interview bei n-tv

Liebe „Abenteuer Diabetes“-Freunde,

Seit heute ist es online: Ein ausführliches Interview mit n-tv Wissen über mein Leben mit Diabetes, von der Erstdiagnose über meine „Raus ins Blaue!“-Törns mit Folkeboot Tadorna bis zu meinem großen Abenteuer „Rund Kap Hoorn“.

Wer mehr über meinen Umgang mit Diabetes wissen will: Diese Seiten sind endlich online und werden nach und nach mit Leben gefüllt. Ich freue mich über Eure Fragen und Kommentare – hier oder auf Facebook: www.facebook.com/AbenteuerDiabetes

 

Walross trifft Brandgans.

Zwei Jahre ist es jetzt her, dass ich mit Walross 4 rund Kap Hoorn segeln und im Yachthafen Hohe Düne den letzten Anleger dieser insgesamt zweieinhalbjährigen Weltreise des Berliner ASV fahren durfte: Mein großes „Abenteuer Diabetes“ fand damit am 8. Juli 2010 seinen vorläufigen Abschluss: 6 Monate und 15.000 Meilen auf See – ohne Unterzuckerung. Wer damals nicht live dabei war: Im Logbuch 2010 könnt ihr den gesamten Törn noch einmal mitsegeln, genauso wie auf www.accu-chek-mobile.de

Ich liege mit Tadorna im Hafen von Marstal, der traditionsreichen Hochburg der dänischen Seefahrt. Mona, Jamaica und ich haben das Schiffahrtsmuseum besucht, den Nachbau des Marstal-Schoners Bonavista bestaunt und uns im Super Brugsen neu verproviantiert: Frisch gebackenes Schwarzbrot, Käse und Wurst, Obst, Gemüse und Ymer, dänischen Saueryoghurt. Frische Lebensmittel halten sich an Bord nur begrenzt: Wir haben keinen Kühlschrank, lagern sie stattdessen in Tupperdosen tief in der Bilge unter der Wasserlinie – dort ist es am kühlsten. Hier liegen auch meine Insulinvorräte: wasserdicht verpackt, direkt auf dem Kiel. Weiter oben, in den Schapps, stapeln sich Trockenvorräte wie Nudeln, Reis und Müsli, Dosen mit Eintopf und Ravioli, luftgetrocknete Salami, Kekse, Schokoladenvorräte, Müsliriegel und Knäckebrot. Nur die Traubenzuckervorräte, die sich schon bei geringer Feuchtigkeit schnell auflösen, bleiben in meinem wasserdichten Diabetes-Koffer verstaut.

Wir wollen weiter: Ankern in der dänischen Südsee. Ein Anruf von Sven, der die Vorschiffs-Crew des Walross auf der Kap Hoorn-Etappe mit seinem Schnarchen aus der Steuerbordkoje unterhielt, lässt uns noch einen Tag warten: Er hat vor kurzem seinen Schiffer gemacht, die ASV-interne Prüfung zum Schiffsführer des Walross. Heute ist er zu seiner ersten, alleinverantwortlichen Seereise aufgebrochen, zur ASV-100-Challenge, einer Prestige-Regatta: Walross 4 gegen Peter von Danzig, Berlin gegen Kiel, ASV gegen ASV – ein Wettkampf in verbands- und bundesbrüderlicher Freundschaft. Und Sven hat gerade meine letzte Positionsmeldung auf Facebook entdeckt und entschieden: Das Walross wird heute Nacht auf See bleiben, den Fehmarnsund aufkreuzen und morgen früh hier sein!

Über die Parallelen zwischen „Rund Kap Hoorn“ und „Raus ins Blaue!“, einer richtigen Seereise und einem Segelsommer, zwischen Abenteuer und Alltag habe ich ja bereits vor vier Wochen geschrieben. Als ich mit meiner „kleinen Brandgans“ am Walross festmache werden die Unterschiede deutlich: 7,64 Meter versus 56 Fuß – die Hochseeyacht des ASV ist rund doppelt so breit, dreimal so lang, viermal so schwer und fünfmal so geräumig wie Tadorna. Meine Diabetes-Ausrüstung ist dagegen beinahe die gleiche: Insulin, Messgerät und CGM-System, das sind die wesentlichen Inhalte meines Diabetes-Koffers, auf dem Südpazifik genauso wie in der dänischen Südsee.

Wir beschließen, den Abend bei Ærøskøbing vor Anker zu verbringen. Mit Tadorna kann ich das enge Fahrwasser zwischen Ærø und den vielen vorgelagerten Flachs und Inseln aufkreuzen; das Walross muss aufgrund seines Tiefgangs einmal die Insel runden und die dreifache Strecke zurücklegen. Als ich die Bucht erreiche, lassen wir den Anker vor den bunten Badehütten des weißen Sandstrands auf wenigen Metern Wassertiefe fallen – Jamaica muss Gassi gehen. Wir rudern an Land, baden und bringen unserem Bordhund das Schwimmen bei. Jamaica ist noch etwas ängstlich, strampelt sich durch die seichten Wellen, schnappt nach Luftblasen, Schaum und Spritzern und schluckt eine gehörige Portion Seewasser, hat dann aber sichtlich Spaß an der Sache.

Als das Walross weiter draußen vor Anker geht kommen wir dazu, Jan kocht eine riesige Portion Labskaus, und der Abend klingt mit 7 ASVern, Mona, Jamaica und mir im winzigen Cockpit von Tadorna aus, die eine gute Planke tiefer im Wasser liegt. Heute Abend lasse ich meinen Diabetes Diabetes sein: eine große Flasche Tequila aus unserer Bordbar macht die Runde, ausgelutschte Zitronenscheiben ziehen langsam achteraus und bilden eine im Mondlicht glitzernde Fährte – wer ihr folgen sollte, träfe auf eine ausgelassene Schar junger ASVer, die sich singend und lachend auf einem viel zu kleinen Folkeboot Geschichten vom Meer erzählen…

Sommer 2012: Grün

Dieser Sommer soll einfach nur schön werden. Kein harter Einhandtörn rund Ostsee. Keine 15.000 Meilen rund Kap Hoorn. Einfach nur Segeln. Ich freue mich auf ein paar entspannte Wochen in der dänischen Südsee mit Freundin Mona, Bordhund Jamaica und Tadorna, meinem 50 Jahre alten Folkeboot.

Anders als vor vier Jahren, als ich meine „kleine Brandgans“ für zwei Sommer rund Ostsee ausrüstete und die anstehenden Arbeiten, Einkäufe und sonstigen Vorbereitungen Wochen und Monate in Anspruch nahmen, muss ich heute eigentlich nur meine Segelsachen packen, einmal die Aldi-Regale plündern und meine neuen Segel anschlagen – Tadorna ist seeklar. Ich habe sie in den letzten zwei Jahren grundlegend überholt, dafür eigens eine kleine Werft gegründet und aus meinem alten Schiff einen vollwertig ausgestatteten Hochseesegler gemacht.

Und anders als 2010, als ich zum Segeln über Dubai und Sydney nach Neuseeland flog, um dort an Bord des Walross zu gehen und mit wechselnden Crews rund Kap Hoorn nach Hamburg zu segeln, musste ich heute morgen nur aufstehen, mit Jamaica zum Bäcker laufen und Mona und mir einen Kaffee kochen: Wir wohnen seit Anfang Mai an Bord, im Stadthafen von Schleswig.

Nahezu gleichgeblieben ist der Inhalt meines orangenen, wasserdichten Diabetes-Koffers – meine „Abenteuer Diabetes“-Grundausrüstung. Die Anzahl der benötigten Insulinkartuschen und Messkassetten ist zwar deutlich geringer als in den letzten Jahren, aber das hat nichts mit dem Revier, dem Schiff oder der Tatsache, dass ich diesen Sommer nicht einhand unterwegs bin zu tun – sie ist lediglich definiert durch die Zahl der Wochen, die ich auf See sein möchte.

Davon abgesehen muss ich einen Segel-Sommer in Dänemark als Diabetiker genauso planen wie eine Weltumsegelung: Die dänische Südsee ist genauso „Abenteuer Diabetes“ wie der Southern Ocean, mein Diabetes auf Tadorna genauso unberechenbar wie an Bord des Walross und meine Einstellung zu einer schweren Unterzuckerung auf See bleibt die gleiche, ob allein oder mit Crew: Sie darf einfach nicht vorkommen.

Es ist Sonntag, der 15. Juli 2012. Ich werfe einen Blick auf meinen CGM-Monitor, messe sicherheitshalber noch schnell meinen Blutzucker und drehe das Schild meines Liegeplatzes auf grün – bis Anfang September werde ich ihn nicht brauchen. Zusammen mit Havhingsten, dem weltgrößten Nachbau eines Langschiffes, das anlässlich der Wikingertage Haithabu, Schleswig und die Schlei besucht hat, setzen wir die Segel. Mona steht am Bug und winkt meinem Bruder, der vom Steg aus ein Abschiedsfoto schießt. Jamaica, die sich mit ihren sechs Monaten den Titel „Bordhund“ erst noch verdienen muss, knurrt ein etwas nervöses Welpenknurren. Ich hole die Schoten dicht, luve an, und Tadorna legt sich freudig glucksend auf die Seite – wir sind unterwegs.

 

Mit Diabetes “Raus ins Blaue!”

Als langjähriger Diabetiker möchte ich mit “Raus ins Blaue!” Mut machen und zeigen, dass es sich auch mit Diabetes frei und unabhängig leben – und segeln! – lässt.

Zum Thema “Diabetes an Bord” habe ich bereits in meinem ersten Buch geschrieben. Unter anderem gibt es dort einen kurzen Anhang, in dem ich meine ganz persönlichen Erfahrungen mit Themen wie “Planung, Lagerung, Versicherung”, “Anpassung der Insulintherapie” und “Unterzuckerung, Seekrankheit, Schlafdefizit” schildere.

Auch in meinem Film kommt das Thema Diabetes zur Sprache. Auf der DVD befindet sich zusätzlich ein Mitschnitt meines Vortrags auf der Zentralveranstaltung des Welt-Diabetes-Tages 2010 in Berlin.

Natürlich kann und darf ich hier keine medizinischen Ratschläge geben. Wer Fragen zum Thema “Diabetes und Sport” hat, findet (fast) alle Antworten in der “Diabetes und Sportfibel”, vor kurzem in dritter Auflage im Kirchheim Verlag erschienen. Ulrike Thurm und Dr. Bernhard Gehr gehen dort auf die unterschiedlichsten Aspekte der Vereinbarkeit von Sport und Diabetes ein – im Alltag, in der Freizeit, im Urlaub oder auch im Leistungssport. Das Buch ist auch für Laien verständlich geschrieben und gespickt mit Anschauungsbeispielen und Erfahrungsberichten von Sportlern aus den unterschiedlichsten Disziplinen – von Aerobic über Radfahren, Fußball, Kampfsport, Laufen, Schwimmen, Skifahren, Tauchen und Tennis bis hin zum Wildwasser-Kanuslalom – eine wahre Fundgrube für jeden aktiven Diabetiker. Nur Segeln ist leider nicht dabei. Wer segelspezifische Fragen hat ist daher herzlich eingeladen, mir zu schreiben – ich werde versuchen so gut ich kann zu antworten.

Zum Abschluss noch ein Zitat aus „Raus ins Blaue!“:

Natürlich gibt es ein Restrisiko. Ob man dieses Risiko auf sich nehmen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich ist der unbedingte Wille, noch oft und lange sicher und gesund segeln zu können die beste Motivation, gut mit mir selbst, meinem Leben und damit meinem Diabetes umzugehen.